Nutzung von Arbeitsspeicher von mehr als 2 GByte in einem PC mit 32Bit Windows Betriebssystem:

Windows XP kann insgesamt 4GB adressieren. Es hat jedoch großzügigerweise den Speicherbereich in 2 Segmente von 2GB aufgeteilt:

0-2GB für alle Anwenderprozesse zusammen und die zweite Hälfte für das Betriebssystem. Nur dass das Betriebssystem meistens nur 100MB bis 200MB braucht – und dann verwaltet es noch gerne einen Dateicache (zwischengespeicherte Dateien), dessen Nichtvorhandensein aber nur selten einen spürbaren Leistungseinbruch mit sich bringt.

Es könnte also so funktionieren: 300-500MB für Betriebssystem und einen kleinen Cache, der Rest für die Anwendungen…

Auf Rechnern ab Windows 2000 Server oder Windows XP Professional (nicht die Home Edition!) kann der Speicher so aufgeteilt werden, dass die Anwenderprozesse zumindest 3GB und das Betriebssystem „nur“ 1GB bekommt.

Dann kann ein Programm das theoretische Maximum von Speicher nutzen: 2GB für Programmbereich und 2GB für Datenbereich, jedoch max. die Summe von 3GB zusammen.

Diese Aufteilung geschieht über einen Eintrag in der versteckten Datei „Boot.ini“, die sich im Hauptverzeichnis der Bootplatte (meistens C:) befindet. Sichtbar wird „Boot.ini“ über das Ausschalten eines Schalters im Explorer: Extras/Ordneroptionen/Ansicht, dort „Geschützte Systemdateien ausblenden“. Bei älteren Betriebssystemen ist „Boot.ini“ auch noch schreibgeschützt (über Eigenschaften der Datei im Explorer Attribut Schreibschutz ausschalten).

So sieht eine typische "Boot.ini" aus:
[boot loader] timeout=30 default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS [operating systems] multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Microsoft Windows XP Professional" /noexecute=optin /fastdetect

Bei Rechnern mit 3GB Speicher wird die letzte Zeile so geändert:
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Microsoft Windows XP Professional" /noexecute=optin /fastdetect /3GB /USERVA=2500

Bei Rechnern mit 4GB Speicher wird die letzte Zeile so geändert:
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Microsoft Windows XP Professional" /noexecute=optin /fastdetect /3GB /USERVA=2990

Speichern, wieder verstecken, neu booten und der vorhandene Arbeitsspeicher wird nun tatsächlich genutzt.

Es liegen jedoch noch immer die Summe aller Programm- und Datenbereiche der geladenen Prozesse (Anwenderprogramme und Dienste) im unteren Bereich, also rauswerfen, was nicht notwendig ist, wenn viel Speicher gebraucht wird.

In Vista/Windows7 ist das alles anders geregelt; es gibt dort keine Boot.ini mehr, aber über „msconfig“ kann man dem Betriebssystem einen maximalen Speicher zuweisen, den es verwendet; der Rest steht dann dem Anwenderprogramm zur Verfügung.

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